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Aktinische Keratose
Wissenswertes zur aktinischen Keratose

Um aktinischen Keratosen vorzubeugen, sollte man sich vor intensiver und lang anhaltender Sonnenstrahlung schützen. Im Sommer ist es daher ratsam, während der Mittagszeit im Freien alle Hautpartien entweder mit leichter Kleidung zu bedecken oder mit Sonnencreme zu schützten. Besonders gefährdet an aktinischer Keratose zu erkranken sind Personen, die sich berufsbedingt überwiegend im Freien aufhalten wie etwa Landwirte, Bauarbeiter oder Gärtner. In einem Ministerialblatt des Ministeriums für Arbeit und Soziales wurde aktinische Keratose unter bestimmten Voraussetzungen als Berufskrankheit anerkannt. Abhängig von der Einstufung ist die Dauer der Lebensarbeitszeit im Freien sowie die eindeutige Diagnose fortgeschrittener aktinischer Keratose. Sowohl Berufstätige als auch Rentner können bei einer gesicherten Diagnose eine Entschädigung beantragen.

Wissenswertes zu aktinischen Keratosen

Aktinische Keratosen entstehen in den meisten Fällen, wenn die Haut langfristig einer zu starken Sonnenstrahlung ausgesetzt ist. So sind insbesondere hellhäutige Menschen und solche, die sich beruflich oder in ihrer Freizeit viel im Freien aufhalten und die sich im vierten Lebensjahrzehnt befinden, gefährdet an aktinischen Keratosen zu erkranken. Daher ist es sowohl im Hinblick auf die Prävention als auch nach einer abgeschlossenen Therapie wichtig, die direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Besonders in der Zeit von 11:00 bis 15:00 Uhr, wenn die Sonne am höchsten steht, ist auch ihre Strahlung am stärksten. Zu dieser Tageszeit ist es ratsam sich im Schatten aufzuhalten, wo die Stärke der Sonnenstrahlung reduziert ist.

Insbesondere Personen, die ihren Urlaub in südlichen Gefilden verbringen, sollten darauf achten, am Tage ihre Haut zu bedecken und sich so vor aktinischen Keratosen zu schützen. Leichte Hosen und Hemden sowie lange und luftige Kleider, die den Körper zu großen Teilen bedecken, bieten Schutz vor aktinischen Keratosen. Nicht bedeckte Partien des Körpers sollten mit einer Sonnencreme vor UV-Strahlung geschützt werden. Personen mit lichtem oder nicht mehr vorhandenem Deckhaar sollten nur mit Kopfbedeckung ins Freie gehen, um sich vor aktinischen Keratosen zu schützen. Dies trifft nicht nur auf die Sommermonate zu.

Berufskrankheit aktinische Keratose

Viele Berufsgruppen wie Landwirte, Gärtner, Bauarbeiter, Dachdecker oder Fischer halten sich berufsbedingt den größten Teil des Tages im Freien auf. Da diese Personen gefährdet sind an aktinischer Keratose zu erkranken, hat der Sachverständigenrat Berufskrankheiten im Ministerium für Arbeit und Soziales empfohlen, aktinische Keratose unter der Bezeichnung „Plattenepithelkarzinome oder multiple aktinische Keratosen der Haut durch natürliche UV-Strahlung“ in die Berufskrankheiten-Verordnung aufzunehmen. In einem Ministerialblatt wird festgeschrieben, dass multiple (mehr als 5) aktinische Keratosen und Plattenepithelkarzinome als Berufskrankheit anerkannt werden, wenn die Diagnose aktinische Keratose durch einen Arzt gestellt wurde.

Zudem muss nachgewiesen sein, dass die Hautschädigung berufsbedingt eingetreten ist, d. h., der Betroffene muss nachweisen, dass er in seiner Lebensarbeitszeit berufsbedingt 40 % länger als der „Normalbürger“ der Sonnenstrahlung ausgesetzt war. Bei einem 50-Jährigen ist dies der Fall, wenn er mehr als 15 Jahre Vollzeit im Freien gearbeitet hat. Bei über 60-Jährigen wird eine berufliche Ursache von aktinischer Keratose nach einer Arbeitszeit von etwa 18 Jahren angenommen. Ab dem 01.01.2015 sind aktinische Keratosen in die Liste der Berufskrankheiten aufgenommen. Deshalb übernimmt die Unfallversicherung die Behandlung i. d. R. zuzahlungsfrei, wenn die oben genannten Voraussetzungen erfüllt sind. Dies gilt sowohl für noch berufstätige als auch bereits berentete Betroffene.

Guido Maiwald

 

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Therapie Aktinische Keratose

Die Behandlung einzelner aktinischer Keratosen ist wegen des häufigen Flächenbefalls (Feldkanzerisierung) keine nachhaltige Therapieoption. Auch wenn auf der Hautoberfläche nur eine befallene Stelle erkennbar ist, ist eine einzelne aktinische Keratose eher die Ausnahme. Oft handelt es sich bei den sichtbaren Läsionen nur um „die Spitze des Eisbergs“. Für das Auge zunächst unsichtbar, liegen weitere aktinische Keratosen unter der Hautoberfläche (subklinische Läsionen), welche man aber durch eine großflächige Behandlung sichtbar machen und auch therapieren kann. Eine Methode der sog. „Demaskierung“ (Aufdecken) subklinischer aktinischer Keratosen ist die photodynamische Diagnostik (PDD), welche das gesamte Ausmaß der Erkrankung sichtbar macht. Studien belegen, dass die wirksamsten Behandlungen aktinischer Keratosen die photodynamische Therapie, 5- Fluoroucacil und Imiquimod sind.

Die häufigste Ursache für die Entstehung aktinischer Keratosen ist eine langjährige UV-Belastung der Haut. Deshalb steigt das Risiko an aktinischer Keratose zu erkranken mit zunehmendem Alter. Betroffen sind häufig Menschen mit hellem Hauttyp sowie Personen, die regelmäßig Aktivitäten im Freien nachgehen. Sonnenexponierte Hautflächen zeigen mit zunehmendem Alter Gewebeschäden, die in einem Befall größerer Hautfelder mit aktinischen Keratosen, der sog. Feldkanzerisierung resultieren. UV-Strahlung kann das Erbgut der Hautzellen schädigen. Dabei kommt es zu Mutationen eines bestimmten Gens (p53), welches u.a. die Aufgabe hat, Tumorzellen zu unterdrücken und die Zellteilung zu kontrollieren. Auch die Einnahme immunsuppressiver Medikamente, z.B. bei organtransplantierten Patienten, kann für die Entstehung aktinischer Keratosen verantwortlich sein.

Diagnose Aktinische Keratose

Lange Zeit wurden aktinische Keratosen als vorwiegend kosmetisches Problem wahrgenommen. Heute ist man sich einig, daß es sich um hellen Hautkrebs und eine klinisch relevante Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms handelt, welche in jedem Fall einer Behandlung bedarf. Bei der Diagnose von aktinischen Keratosen ist eine wichtige Information für den Arzt, inwieweit die Betroffenen häufig und über einen längeren Zeitraum der Sonnenstrahlung ausgesetzt waren und sind. Ebenfalls von Bedeutung ist, ob nahe Verwandte des Patienten an hellem Hautkrebs oder aktinischen Keratosen erkrankt sind. Im Verlauf einer Untersuchung prüft der Hautarzt verdächtige Hautstellen mit dem bloßen Auge, dem Auflichtmikroskop und tastet sie ab. Aktinische Keratosen sind an hautfarbenen, rötlich oder rötlich-braunen Hautstellen erkennbar, die zudem rau oder schuppig sind.