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Aktinische Keratose
Entstehung aktinischer Keratose

Die häufigste Ursache für die Entstehung aktinischer Keratosen ist eine langjährige UV-Belastung der Haut. Deshalb steigt das Risiko an aktinischer Keratose zu erkranken mit zunehmendem Alter. Betroffen sind häufig Menschen mit hellem Hauttyp sowie Personen, die regelmäßig Aktivitäten im Freien nachgehen. Sonnenexponierte Hautflächen zeigen mit zunehmendem Alter Gewebeschäden, die in einem Befall größerer Hautfelder mit aktinischen Keratosen, der sog. Feldkanzerisierung resultieren. UV-Strahlung kann das Erbgut der Hautzellen schädigen. Dabei kommt es zu Mutationen eines bestimmten Gens (p53), welches u.a. die Aufgabe hat, Tumorzellen zu unterdrücken und die Zellteilung zu kontrollieren. Auch die Einnahme immunsuppressiver Medikamente, z.B. bei organtransplantierten Patienten, kann für die Entstehung aktinischer Keratosen verantwortlich sein.

Entstehung aktinischer Keratosen

Das Wort Keratose ist abgeleitet aus dem griechischen Wort „Keras“, welches „Horn“ beziehungsweise „Hornhaut“ bedeutet. Aktinisch bedeutet „durch Strahlen bewirkt“ und ist abgeleitet vom griechischen Begriff „Aktis“ („Strahl“). Der Name der Erkrankung beschreibt somit die häufigste Ursache für die Entstehung aktinischer Keratosen: die Belastung der Haut durch ultraviolette (UV) Strahlung.

 

Ultraviolette Strahlung wird unterteilt in UV-A und UV-B Strahlung, wobei letztere Sonnenbrände verursacht. Beide Strahlungsarten können die Erbsubstanz der Hautzellen verändern und so langfristig Hautkrebs verursachen. Zudem kann durch UV-Strahlung auch die Immunabwehr der Haut geschwächt werden. Aktinische Keratosen entstehen daher sehr häufig bei Personen mit hellem Hauttyp und solchen, die sich aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit oder in ihrer Freizeit viel im Freien aufhalten. Auch Personen, die unter Haarausfall leiden und daher schütteres oder nicht mehr vorhandenes Deckhaar aufweisen sind häufiger von aktinischen Keratosen betroffen.

 

 „Die Haut vergisst nichts“  Nicht nur die Anzahl schwerer oder mittlerer Sonnenbrände sind für die Entstehung aktinischer Keratosen entscheidend. Auch kleinere und oft unbemerkte Hautschäden durch die tägliche Sonneneinstrahlung können für ihre Entstehung ursächlich sein. Besonders Körperstellen, die langfristig ungeschützt und ultravioletter Strahlung ausgesetzt sind,  sog. „Sonnenterrassen“ (z.B. Gesicht und Hände), sind i. d. R. von aktinischen Keratosen betroffen. UV-Strahlung, vorkommend als Teil des natürlichen Sonnenlichts als auch künstlicher Lichtquellen (Sonnenbank) kann das Erbgut der Hautzellen schädigen. Entsteht speziell durch UV-B-Strahlung eine Mutation in einem bestimmten Gen (p53), welches als „Unterdrücker von Tumorzellen und Wächter der Zellteilung“ identifiziert wurde, produziert die betroffene Zelle Tochterzellen, die ebenfalls diesen Defekt haben. Diese defekten Tochterzellen teilen sich schneller und unkontrolliert, was eine Ansammlung krankhaft veränderter Zellen in der obersten Hautschicht zur Folge hat. Dies führt zur Entstehung einer aktinischen Keratose, welche zur Gruppe der hellen Hautkrebse zählt und auch als „Carcinoma in situ“ („Krebs an Ort und Stelle“) bezeichnet wird.

 

Erhöhtes Risiko für transplantierte Patienten

Ebenfalls betroffen von der Entstehung aktinischer Keratose sind häufig Patienten, die das Immunsystem hemmende (immunsuppressive) Medikamente einnehmen. So erkranken etwa organtransplantierte Patienten etwa 250 Mal häufiger als Nichttransplantierte an aktinischer Keratose. Zudem liegt die Wahrscheinlichkeit der Entstehung eines invasiven Tumors, der letztlich auch Metastasen in den Körper streuen kann, bei Patienten, die immunsuppressive Medikamente einnehmen bei 30 %, bei Nichttransplantierten bei 10 %.

Weitere Risikofaktoren für die Entstehung aktinischer Keratose sind chemische Stoffe wie z.B.  Teer, enthalten in Tabakrauch oder Arsen. Auch radioaktive Strahlung und Röntgenstrahlung können die Entstehung von aktinischer Keratose begünstigen, sowie bestimmte Papillomviren als Auslöser für aktinische Keratose gelten.

 

Risiken unbehandelter aktinischer Keratosen

In etwa 10 % aller Fälle bildet sich aus der aktinischen Keratose ein tiefer liegendes Plattenepithelkarzinom, auch Stachelzellkrebs genannt. Diese Form des hellen Hautkrebses ist häufig das Resultat einer unbehandelten aktinischen Keratose. Aufgrund seines invasiven Charakters dringt der Stachelzellkrebs bis in tiefere Hautschichten vor, in welchen sich auch Blutgefäße befinden. Somit besteht eine erhöhte Gefahr der Verteilung von Krebszellen über den Blutkreislauf im gesamten Körper (Metastasierung), was eine frühzeitige Behandlung der aktinischen Keratose, als vorbeugende Maßnahme so wichtig macht.

Guido Maiwald 

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Um aktinischen Keratosen vorzubeugen, sollte man sich vor intensiver und lang anhaltender Sonnenstrahlung schützen. Im Sommer ist es daher ratsam, während der Mittagszeit im Freien alle Hautpartien entweder mit leichter Kleidung zu bedecken oder mit Sonnencreme zu schützten. Besonders gefährdet an aktinischer Keratose zu erkranken sind Personen, die sich berufsbedingt überwiegend im Freien aufhalten wie etwa Landwirte, Bauarbeiter oder Gärtner. In einem Ministerialblatt des Ministeriums für Arbeit und Soziales wurde aktinische Keratose unter bestimmten Voraussetzungen als Berufskrankheit anerkannt. Abhängig von der Einstufung ist die Dauer der Lebensarbeitszeit im Freien sowie die eindeutige Diagnose fortgeschrittener aktinischer Keratose. Sowohl Berufstätige als auch Rentner können bei einer gesicherten Diagnose eine Entschädigung beantragen.

Die häufigste Ursache für die Entstehung aktinischer Keratosen ist eine langjährige UV-Belastung der Haut. Deshalb steigt das Risiko an aktinischer Keratose zu erkranken mit zunehmendem Alter. Betroffen sind häufig Menschen mit hellem Hauttyp sowie Personen, die regelmäßig Aktivitäten im Freien nachgehen. Sonnenexponierte Hautflächen zeigen mit zunehmendem Alter Gewebeschäden, die in einem Befall größerer Hautfelder mit aktinischen Keratosen, der sog. Feldkanzerisierung resultieren. UV-Strahlung kann das Erbgut der Hautzellen schädigen. Dabei kommt es zu Mutationen eines bestimmten Gens (p53), welches u.a. die Aufgabe hat, Tumorzellen zu unterdrücken und die Zellteilung zu kontrollieren. Auch die Einnahme immunsuppressiver Medikamente, z.B. bei organtransplantierten Patienten, kann für die Entstehung aktinischer Keratosen verantwortlich sein.

Diagnose Aktinische Keratose

Lange Zeit wurden aktinische Keratosen als vorwiegend kosmetisches Problem wahrgenommen. Heute ist man sich einig, daß es sich um hellen Hautkrebs und eine klinisch relevante Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms handelt, welche in jedem Fall einer Behandlung bedarf. Bei der Diagnose von aktinischen Keratosen ist eine wichtige Information für den Arzt, inwieweit die Betroffenen häufig und über einen längeren Zeitraum der Sonnenstrahlung ausgesetzt waren und sind. Ebenfalls von Bedeutung ist, ob nahe Verwandte des Patienten an hellem Hautkrebs oder aktinischen Keratosen erkrankt sind. Im Verlauf einer Untersuchung prüft der Hautarzt verdächtige Hautstellen mit dem bloßen Auge, dem Auflichtmikroskop und tastet sie ab. Aktinische Keratosen sind an hautfarbenen, rötlich oder rötlich-braunen Hautstellen erkennbar, die zudem rau oder schuppig sind.