Informationen für Betroffene und Angehörige
 
Aktinische Keratose
Diagnose von aktinischer Keratose

Lange Zeit wurden aktinische Keratosen als vorwiegend kosmetisches Problem wahrgenommen. Heute ist man sich einig, daß es sich um hellen Hautkrebs und eine klinisch relevante Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms handelt, welche in jedem Fall einer Behandlung bedarf. Bei der Diagnose von aktinischen Keratosen ist eine wichtige Information für den Arzt, inwieweit die Betroffenen häufig und über einen längeren Zeitraum der Sonnenstrahlung ausgesetzt waren und sind. Ebenfalls von Bedeutung ist, ob nahe Verwandte des Patienten an hellem Hautkrebs oder aktinischen Keratosen erkrankt sind. Im Verlauf einer Untersuchung prüft der Hautarzt verdächtige Hautstellen mit dem bloßen Auge, dem Auflichtmikroskop und tastet sie ab. Aktinische Keratosen sind an hautfarbenen, rötlich oder rötlich-braunen Hautstellen erkennbar, die zudem rau oder schuppig sind.

Diagnose aktinischer Keratosen

Die Betroffenen selbst sind generell in der Lage die rötlich-braunen, rauhen und möglicherweise auch juckenden Stellen, z.B. auf der Stirn oder am unbehaarten Kopf, zu sehen und zu ertasten. Dies sollte in jedem Fall Anlass geben, sich einer Untersuchung beim Hautarzt zu unterziehen.

Bei der Diagnosestellung in der Praxis wird der behandelnde Hautarzt in einem ersten Gespräch wissen wollen, inwieweit die betreffende Person beruflich oder in der Freizeit häufig und langdauernde Tätigkeiten im Freien nachgeht. Auch eine Bestimmung des Hauttyps ist in dieser Phase der Diagnose obligatorisch, sowie die Frage inwieweit nahe Verwandte an hellem Hautkrebs oder aktinischer Keratose erkrankt sind. Sollte dies der Fall sein, wird er auch nach den Behandlungsmethoden fragen, die bei diesen Personen angewandt wurden und inwieweit sie erfolgreich waren.

Im Anschluss erfolgt eine Untersuchung der Haut mit dem bloßen Auge, wobei der Arzt Stellen, die ihm verdächtig vorkommen, auch ertastet. Dabei sind insbesondere kleinere Stellen, die von aktinischer Keratose betroffen sind, meist leichter zu ertasten als mit dem Auge zu erkennen. Stellt der behandelnde Arzt verdächtige Hautpartien fest, so wird er diese mit einem Auflichtmikroskop untersuchen.

Sollte sich seitens des Arztes der Verdacht erhärten, dass es sich bei den Hautveränderungen um aktinische Keratose handelt, wird er i. d. R. die verschiedenen Therapieoptionen mit dem Patienten besprechen und gemeinsam mit ihm eine der Behandlungsarten auswählen.

 

Verschiedene Symptome führen zur Diagnose

Aktinische Keratosen werden auf der Haut als raue und schuppende Flecken bei der Diagnose sicht- und fühlbar. Diese sind entweder hautfarben, rötlich oder rötlich-braun. Dabei kann die Größe der aktinischen Keratose zwischen wenigen Millimetern bis hin zu mehreren Zentimetern variieren. Seltener treten nur einzelne Flecken auf, meist handelt es sich eher um betroffene Hautregionen, die Mediziner als „Feldkanzerisierung“ bezeichnen. Aktinische Keratosen treten zumeist an Hautarealen auf, die häufig der Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind wie etwa Kopf, Ohren, Nase, Gesicht, Hals, Dekolleté, Arme oder Handrücken.

Der Übergang von aktinischer Keratose zum Plattenepithelkarzinom (Stachelzellkrebs) ist häufig fließend. Er ist im Rahmen der Diagnose erkennbar etwa an der Verhärtung der betroffenen Stelle, Blutungen, einer Vergrößerung des Durchmessers oder Rötungen. Als weitere Merkmale der kanzerösen Entwicklung aktinischer Keratosen sind zum Zeitpunkt der Diagnose vorhandene Schmerzen, Juckreiz und eine Veränderung der Hautfarbe.

Eine Art der Klassifizierung für die aktinische Keratosen ist die nach Olsen, bei der die Symptome in drei Grade unterteilt werden.

 

  • Olsen Grad I bezeichnet eine frühe aktinische Keratose, bei der einzelne Hautveränderungen (Läsionen) sichtbar werden, die nur wenige Millimeter groß und nicht scharf begrenzt und leicht rötlich sind. Diese Form der aktinischen Keratose ist meist besser zu ertasten als zu sehen.

 

  • Olsen Grad II definiert ein fortgeschrittenes Stadium der aktinischen Keratose, bei dem sich die Hautveränderungen durch Vermehrung der Hornhaut weißlich oder rötlich färben, sowie verhärten und ausbreiten.

 

  • Olsen Grad III ist der schwerste Grad der aktinischen Keratose. Hier sehen die Läsionen wie warzig-höckerige Hautwucherungen aus, die mit der Haut fest verwachsen sind. Die Wucherungen sind rau und fühlen sich an wie Schleifpapier. Meist sind größere Hautflächen betroffen, wie z. B. die gesamte Kopfhaut. Der Befall einzelner Hautstellen ist jedoch ebenfalls möglich.

 

Schuppende Rötungen auf der Haut können zahlreiche Ursachen haben und Veränderungen auf der Haut sollten grundsätzlich von einem Hautarzt in Augenschein genommen werden.

 

Guido Maiwald

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Therapie Aktinische Keratose

Die Behandlung einzelner aktinischer Keratosen ist wegen des häufigen Flächenbefalls (Feldkanzerisierung) keine nachhaltige Therapieoption. Auch wenn auf der Hautoberfläche nur eine befallene Stelle erkennbar ist, ist eine einzelne aktinische Keratose eher die Ausnahme. Oft handelt es sich bei den sichtbaren Läsionen nur um „die Spitze des Eisbergs“. Für das Auge zunächst unsichtbar, liegen weitere aktinische Keratosen unter der Hautoberfläche (subklinische Läsionen), welche man aber durch eine großflächige Behandlung sichtbar machen und auch therapieren kann. Eine Methode der sog. „Demaskierung“ (Aufdecken) subklinischer aktinischer Keratosen ist die photodynamische Diagnostik (PDD), welche das gesamte Ausmaß der Erkrankung sichtbar macht. Studien belegen, dass die wirksamsten Behandlungen aktinischer Keratosen die photodynamische Therapie, 5- Fluoroucacil und Imiquimod sind.

Um aktinischen Keratosen vorzubeugen, sollte man sich vor intensiver und lang anhaltender Sonnenstrahlung schützen. Im Sommer ist es daher ratsam, während der Mittagszeit im Freien alle Hautpartien entweder mit leichter Kleidung zu bedecken oder mit Sonnencreme zu schützten. Besonders gefährdet an aktinischer Keratose zu erkranken sind Personen, die sich berufsbedingt überwiegend im Freien aufhalten wie etwa Landwirte, Bauarbeiter oder Gärtner. In einem Ministerialblatt des Ministeriums für Arbeit und Soziales wurde aktinische Keratose unter bestimmten Voraussetzungen als Berufskrankheit anerkannt. Abhängig von der Einstufung ist die Dauer der Lebensarbeitszeit im Freien sowie die eindeutige Diagnose fortgeschrittener aktinischer Keratose. Sowohl Berufstätige als auch Rentner können bei einer gesicherten Diagnose eine Entschädigung beantragen.

Die häufigste Ursache für die Entstehung aktinischer Keratosen ist eine langjährige UV-Belastung der Haut. Deshalb steigt das Risiko an aktinischer Keratose zu erkranken mit zunehmendem Alter. Betroffen sind häufig Menschen mit hellem Hauttyp sowie Personen, die regelmäßig Aktivitäten im Freien nachgehen. Sonnenexponierte Hautflächen zeigen mit zunehmendem Alter Gewebeschäden, die in einem Befall größerer Hautfelder mit aktinischen Keratosen, der sog. Feldkanzerisierung resultieren. UV-Strahlung kann das Erbgut der Hautzellen schädigen. Dabei kommt es zu Mutationen eines bestimmten Gens (p53), welches u.a. die Aufgabe hat, Tumorzellen zu unterdrücken und die Zellteilung zu kontrollieren. Auch die Einnahme immunsuppressiver Medikamente, z.B. bei organtransplantierten Patienten, kann für die Entstehung aktinischer Keratosen verantwortlich sein.